Über GeKoOrg

Projektleitung

Prof. Dr. Ullrich Bauer

Dr. Orkan Okan

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Sandra Kirchhoff

Wissenschaftliche Hilfskraft

Marlene Pieper

Förderzeitraum

1.10.2019 bis 30.09.2022

Gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Das Projekt „Gesundheitskompetente Schule: Organisationsentwicklung für die Stärkung der Gesundheitskompetenz im Setting Schule“ (GeKoOrg-Schule) wird am Interdisziplinären Zentrum für Gesundheitskompetenzforschung an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld durchgeführt.

Zusammenfassung

Das Ziel des Modellvorhabens „Gesundheitskompetente Schule: Organisationsentwicklung für die Stärkung der Gesundheitskompetenz im Setting Schule (GeKoOrg-Schule)“ ist es, das Konzept der „Gesundheitskompetenten Organisation“ auf schulische Bildungseinrichtungen in Deutschland zu übertragen. Über den ganzheitlichen Organisationsansatz im Schulsetting sollen Schulstrukturen und schulbezogene Netzwerke im Hinblick auf Gesundheitskompetenz optimiert und zugleich die Stärkung der Gesundheitskompetenz in unterschiedliche Bevölkerungsgruppen adressiert werden. Mittel- und langfristig wird hierdurch die personale und digitale Gesundheitskompetenz von Mädchen und Jungen sowie schulischer Akteurinnen

und Akteure nachhaltig über die Systemebene mittels eines verhältnisorientierten, schulbezogenen Ansatzes der Organisationsentwicklung gestärkt. Organisationsentwicklung schließt in diesem Zusammenhang die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Stärkung der Gesundheitskompetenz im schulischen Setting und ebenso aller angeschlossenen Netzwerke und beteiligten Akteurinnen und Akteure mit ein. „Es ist angedacht, dieses Konzept mit dem Ansatz der „Guten Gesunde Schule“ zu verknüpfen, um Gesundheitskompetenz somit in bereits bestehende und erfolgreiche Konzepte zu integrieren, die Erfahrungen in diesem Bereich gewinnbringend einzusetzen und die Passung zur Gesundheitsförderung und Prävention an Schulen zu gewährleisten.“

Projektübersicht

GeKoOrg-Schule startet mit einem Projekt Kick-Off, bei dem der Beirat, die Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner und die Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeiter erstmalig zusammenkommen. Während dieses ersten Treffens wird das Netzwerk „Gesundheitskompetente Schule“ gegründet, das als offenes Netzwerk angelegt ist. Darin sollen alle am Thema interessierten Akteurinnen und Akteure aus Schule, Bildung und Politik partizipieren können. Hierdurch sollen mittel- bis langfristig nachhaltige Strukturen für Gesundheitskompetenzförderung und Organisationsentwicklung in der Schule gelegt werden.

In der Projektlaufzeit werden sechs Workshops mit Fachkräften und Expertinnen und Experten (die Stakeholder) durchgeführt, um das Konzept der Gesundheitskompetenten Schule gemeinschaftlich zu entwickeln und an die Bedarfe von Schule anzupassen. Das Vorhaben ist daher partizipativ angelegt, womit die Stakeholder durch die aktive Teilnahme an den Workshops ihre Erfahrungen und Expertise einbringen können. Neben der gemeinsamen Konzeptentwicklung ist ein weiteres Ziel, einen Leitfaden für die „Gesundheitskompetente Schule“ zu entwickeln.

In dem Projekt werden sowohl das Konzept der Gesundheitskompetenten Organisation an Schulen in Deutschland angepasst als auch Fragebögen, um die Gesundheitskompetenz im Setting auf Basis einer Selbsteinschätzung zu bewerten. Die Erhebung wird im letzten Projektjahr durch das IZGK durchgeführt werden.

Das Projekt zielt zunächst auf Aktivitäten in Nordrhein-Westfalen. Perspektivisch sollen sich das Konzept und auch das Netzwerk „Gesundheitskompetente Schule“ auch auf weitere Bundesländer ausdehnen.

Teilnehmende Schulen, Lehrkräfte und Schulleitungen

Teilnehmende Schulen – Lehrkräfte und Schulleitungen – sollen sich zunächst aus Bielefeld und der regionalen Umgebung zusammensetzen. Das Einzugsgebiet kann bei Bedarf ausgedehnt werden. Dies soll in enger Absprache mit den Projektpartnerinnen und -partnern erfolgen.

  • Partner sind Vertreterinnen und Vertreter (Lehrkräfte, Schulleitungen, weitere Fachkräfte und Partner/innen) aus Schulen, Schulnetzwerken und aus den Reihen der assoziierten Kooperationspartnerinnen und -partner,
  • nach Möglichkeit unterschiedliche Schulformen (Haupt-/ Realschulen, Gymnasien/ Gesamtschulen, Ganztagsschulen, Sekundarschulen, Förderschulen)

Kick-Off

Die Kick-Off Veranstaltung sollte am 26.03.2020 als Präsenzveranstaltung am IZGK der Universität Bielefeld stattfinden. Aufgrund der Coronavirus und COVID-19 Beschränkungen und Erlasse für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit musste diese Veranstaltung auf einen derzeit noch unbestimmten Zeitpunkt und Raum verlegt werden.

Workshops

Die Mitarbeit erfolgt über gemeinsame Workshops

Es sind im Rahmen der Projektlaufzeit vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2022 sechs Workshops geplant (der erste Workshop findet im Jahr 2020 statt). Die Workshops sollen einen halben Tag dauern (4-6 Stunden) und zur Bearbeitung des Konzepts Gesundheitskompetente Organisation genutzt werden.

+++Digitale Formate durch COVID-19+++

Durch die Auswirkungen der Coronavirus und COVID-19 Pandemie werden wir die Workshops nicht wie ursprünglich geplant an der Universität Bielefeld durchführen können, sondern höchstwahrscheinlich als digitale Formate anbieten müssen. Nähere Informationen hierzu erfolgen in Kürze.

Ziele der Workshops sind der gemeinsame Austausch und Beratung in der Konzeption und Durchführung des Projekts. Es soll somit gewährleistet werden, dass einerseits bestehendes Praxiswissen in das Projekt einfließt und bereits vorliegende Konzepte berücksichtigt werden und andererseits die Bedarfssituation im Bereich Gesundheitsförderung, Prävention und Gesundheitskompetenz im Projekt abgebildet werden kann.

An jedem Workshop sollen bis zu 15 Personen teilnehmen, die Zusammensetzung soll paritätisch gestaltet sein und zu gleichen Teilen aus Schulen und den Partnerinnen und Partnern erfolgen. Dies ist ein Richtwert, genaue Teilnehmerzahlen werden im weiteren Projektverlauf bestimmt.

Workshops

Die im Rahmen dieses Projekts durchgeführten Workshops sollen die frühe Einbindung der relevanten Akteurinnen und Akteure aus dem Schul- und Bildungsbereich gewährleisten und somit durch einen partizipativen Ansatz die Projektqualität, Nachhaltigkeit und die spätere Verstetigung des hier erarbeiteten Konzeptes sicherstellen. Während der Workshops werden zudem analog zu der österreichischen Studie zur Gesundheitskompetenten Organisation kleinere Befragungen und fragebogengestützte Erhebungen eingesetzt im Hinblick auf die Prozess- und Ergebnisevaluation. Die Zusammensetzung der Teilnehmenden an den Workshops zielt darauf

  1. die Kooperationspartnerinnen und -partner und
  2. die relevanten Stakeholder aus dem Bereich Schule und Bildung abzubilden,
  3. die Mitgliederinnen und Mitglieder des Beirats auf freiwilliger Basis.

Es sollen insbesondere Lehrkräfte und Schulleitungen der Schulformen Grundschule, Sekundarstufe I und II aus NRW berücksichtigt werden. Zugleich sollen diese aus Schulen mit und ohne Gesundheit als Schulschwerpunkt rekrutiert werden (z.B. Schulen aus dem „Bildung und Gesundheit“ Netzwerk (BuG NRW) oder aus dem „Gute Gesunde Schule“-Netzwerk und Schulen, die weder diesen Netzwerken angeschlossen sind noch Gesundheit als pädagogisches Leitprinzip in der Schul- und Unterrichtskultur verankert haben).

„Adaptierung der Konzepte, Tools und Methodenboxen: Phase I“

Ziele: Vorstellung der Konzepte, Tools, Methodenboxen und Erarbeitung und Sammlung von Hinweisen für Adaptierung derselben, um eine passfähige Gestaltung auf den Schulstandort sicherzustellen. Durchführung der Prozessevaluation.

Inhalte: Einführung in die Konzepte Gesundheitskompetenz angepasst an das schulische Kompetenzmodell für Fächer und Querschnittsthemen, „Gesundheitskompetente Organisation“ und „Gute Gesunde Schule“ [7]. Einführung in die Tools Selbstbewertungs-Instrument (WKGKKO-I) [8] und den Selbstcheck Fragebogen „Gesundheitskompetente Organisation“ [9]. Diskussion von intersektoralen Netzwerkansätzen, Präventionsketten und Maßnahmen zur Reduktion sozial bedingter Ungleichheiten in der Kinder- und Jugendgesundheit in der Schule.

Teilnehmende: Anzahl ca. N = 15, Beirätinnen und Beiräte (freiwillig)

„Adaptierung der Konzepte, Tools und Methodenboxen: Phase II“

Ziele: Vorstellung des erarbeiteten Ansatzes und Erfassung von weiteren Hinweisen aus den Settings mit Blick a) auf „Adaptierung der Konzepte, Tools und Methodenboxen: Phasen I und II“ und b) auf die Umsetzungsphase und Entwicklung des Leitfadens „Gesundheitskompetente Schule“. Durchführung der Prozessevaluation und Ergebnisevaluation.

Inhalte: 1. Teil: Werkstatt zur partizipativen Überarbeitung der Konzepte, Tools und Methodenboxen. 2. Teil: Werkstatt zur Entwicklung des Leitfadens „Gesundheitskompetente Schule“ im Ansatz „Gute Gesunde Schule“ [7]. Teilnehmer/innen sollen wichtige Hinweise aus ihrem täglichen Arbeitsbereich und den Einrichtungen für die Organisationsanalyse hinsichtlich bereits vorhandener oder wünschenswerter Aspekte zur organisationalen Gesundheitskompetenz betrachten. Somit soll das Thema Gesundheitskompetenz um weitere Facetten aus dem relevanten Setting bereichert werden.

Teilnehmende: Anzahl ca. N = 15, Beirätinnen und Beiräte (freiwillig)

Genderworkshop mit Fokus auf geschlechterwissenschaftliche Methoden und geschlechtsspezifische Fragestellungen

Ziele: Verbindliche Einbeziehung der analytische Kategorie Geschlecht in das erarbeitete Konzeptdesign. Durchführung der Prozessevaluation und Ergebnisevaluation.

Inhalte: Die Inhalte werden mit der Beirätin Dr.‘in Maren Jochimsen bereits zu Beginn des Projektes und im Rahmen der Beiratstreffen sowie begleitend zu den Workshops 1 und 2 abgestimmt. Rahmende Perspektiven sollen jedoch durch die Berücksichtigung von geschlechterwissenschaftlichen Methoden und geschlechtsspezifischen Fragestellungen in wichtigen Gesundheitskompetenzfeldern vorgegeben werden. Zugleich sollen Genderaspekte von Gesundheit, Gesundheitskompetenz und Gesundheitsverhalten mit speziellem Blick auf die soziale Konstruktion von Gender und kultureller sowie gesellschaftlicher Diversität im Bereich der Gesundheitskompetenz im Kindes- und Jugendalter im Setting Schule fokussiert werden. Es soll zudem sichergestellt werden, dass die Genderperspektive in die Dimensionen des Leitfadens überführt wird.

Teilnehmende: Anzahl ca. N = 15, Beirätinnen und Beiräte (freiwillig)

Erarbeitung des Leitfadens „Gesundheitskompetente Schule“

Ziele: Erarbeitung und Diskussion des Leitfadens „Gesundheitskompetente Schule“. Durchführung der Prozessevaluation und Ergebnisevaluation.

Inhalte: Partizipative Erarbeitung des Leitfadens vor dem Leitmotto: „Aus der Praxis für die Praxis“. Der Leitfaden soll als Orientierung und Anregung für das Handlungsfeld Schule dienen. Somit trägt er zur Qualitätsentwicklung schulischer Gesundheitsförderung und Prävention bei. Basierend auf dem Konzept der Gesundheitskompetenten Organisation und der Anpassung an Schule in diesem Projekt, sollen die Inhalte des Leitfadens auf bestehenden Prinzipien und Arbeitsmethoden im Setting Schule aufbauen. Der Leitfaden wird im Wesentlichen in die in den Workshops 1 und 2 definierten Dimensionen für die „Gesundheitskompetente Schule“ gegliedert, einschließlich der Genderperspektiven aus Workshop 3. Zudem wird der Leitfaden bestehende schulische Angebote, die Bedarfe der Schulleitungen, Fach- und Lehrkräfte sowie Aspekte der intersektoralen Vernetzung und Organisationsstrukturen miteinbeziehen. Komplettiert wird der Leitfaden mit Best Practice Beispielen. Übergeordnete Grundsätze und Handlungsmaximen werden hierbei angeleitet durch Niedrigschwelligkeit, Diversität, Kultur, Freiwilligkeit, Inklusion und soziale Chancen- und Gesundheitsgerechtigkeit.

Teilnehmende: Anzahl ca. N = 15, Beirätinnen und Beiräte (freiwillig)

Gesundheitskompetenz im Setting Schule

Ziele: Vorbereitung der Analyse der Gesundheitskompetenz im Setting Schule mit dem Selbstcheck Fragebogen, um den Ist-Zustand im Hinblick auf die Umsetzung zu erfassen und zu evaluieren.

Durchführung der Prozessevaluation und Ergebnisevaluation.

Inhalte: Die Teilnehmer/innen werden mit dem adaptierten Selbstcheck Fragebogen vertraut gemacht sowie über das Datenschutzkonzept und ethische Aspekte aufgeklärt.

Teilnehmende: Anzahl ca. N = 15, Beirätinnen und Beiräte (freiwillig)

Umsetzung des Leitfadens in Schulen in Nordrhein-Westfalen

Ziele: Vorstellung des finalen Leitfadens „Gesundheitskompetente Schule“ und einer Umsetzungsstrategie. Durchführung der Prozessevaluation und Ergebnisevaluation.

Inhalte: Es sollen a) der Leitfaden vorgestellt werden, b) die Inhalte auf ihre Praxistauglichkeit überprüft werden, c) die Umsetzungsstrategie für NRW und den angeschlossenen Netzwerken diskutiert und verfeinert werden, d) die Übertragbarkeit auf andere Bundesländer besprochen werden und d) nachhaltige Netzwerkstrategien diskutiert werden.

Zudem soll der Workshop einen Ausblick auf zukünftige flächendeckende Workshops in NRW, weitere Übersetzungsmöglichkeiten des Leitfadens in die Praxis sowie Anregungen zu möglichen Veränderungsprozessen im Bereich Gesundheitsförderung, Prävention und Gesundheitskompetenz geben. Darüber hinaus soll die Möglichkeit eines Online-Tools Gesundheitskompetenz für Schulen gemeinsam im Netzwerk eruiert werden.

Teilnehmende: Anzahl ca. N = 15, Beirätinnen und Beiräte (freiwillig)

Team

Prof. Dr. Ullrich Bauer
Prof. Dr. Ullrich Bauer
Projektleitung
Orkan Okan
Orkan Okan
Projektleitung
Sandra Kirchhoff
Sandra Kirchhoff
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Marlene Pieper
Marlene Pieper
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Partner

Im Projekt „GeKoOrg-Schule“ sollen einzelne Vertreter/innen (Lehrkräfte, Schulleitungen, weitere Fachkräfte und Partner/innen) aus Schulen, Schulnetzwerken und assoziierten Kooperationspartnern sowie Organisationen mit Bezug zu Schule und Gesundheitsförderung teilnehmen. Die bisherigen Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner aus Praxis und Wissenschaft sind:

Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner:
Praxis und Wissenschaft

  • Landesprogramm Bildung und Gesundheit NRW des Schulministeriums NRW (neue Koordination Fr. Opitz),
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Dr. med. Heidrun M. Thaiss (Behördenleitung), Dr. Christoph Witzky),
  • Ärztekammer Nordrhein (Sabine Schindler-Marlow),
  • Ärztekammer Westfalen-Lippe (Susanne Hofmann),
  • Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e. V. (Dr. med. Heike Kramer (Vorsitzende),
  • Stadt Bielefeld (Dirk Cremer).

Die Rolle der Partnerinnen und Partner definiert sich in erster Linie über Beratung und Diskussion der wissenschaftlichen Ergebnisse.